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Ältere Menschen schlecht informiert

HIV-Test mit über 50

AIDS

In Großbritannien geht die Zahl der HIV-Infektionen zurück. Dies gilt jedoch nicht für die Altersgruppe Ü 50: Hier ist eine Zunahme der Diagnosen zu verzeichnen. Wissenschaftler aus Brighton machten sich auf die Suche nach den Ursachen.

Die Wissenschaftler befragten 14 Männer und sechs Frauen mit HIV-Infektion (zwölf hetero-, sechs homo- und zwei bisexuelle Personen) im Alter zwischen 52 und 80 Jahren, was sie zur HIV-Testung veranlasst hatte. Bei allen war die Diagnose erst im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium (niedriger CD4-Zellzahl/AIDS-definierende Erkrankung) gestellt worden.

Erfahrungen mit früheren HIV/AIDS-Aufklärungskampagnen, das Wissen um die HIV-Erkrankung sowie die Arzt-Patienten-Beziehung hatten Anteil an der Testentscheidung. Viele Patienten hatten ihr Erkrankungsrisiko unterschätzt und berichteten über eine Fehlinterpretation ihrer Symptome: Sowohl sie selbst als auch ihre behandelnden Ärzte hatten die Beschwerden lange Zeit nicht mit einer HIV-Infektion in Verbindung gebracht. Weitere Hindernisse stellten das allgemeine und das sexuelle Gesundheitsverhalten (Konzentration auf andere „Alterserkrankungen“, Tabuisierung des Sexuallebens) sowie das Gefühl der Stigmatisierung durch eine HIV-Diagnose dar. Schließlich beeinflussten auch Art und Ort der HIV-Diagnostik die Testentscheidung.

Viele der Befragten gaben an, schlecht über das HIV-Infektionsrisiko, Symptome sowie Test- und Therapiemöglichkeiten informiert gewesen zu sein. Hilfreich wären aus Sicht der Autoren daher speziell auf diese Altersgruppe zugeschnittene Informationskampagnen. Zudem sollte man erwägen, HIV-Tests routinemäßig im Rahmen des hausärztlichen Check-ups anzubieten. LO

Youssef E et al.: Factors associated with testing for HIV in people aged ≥50 years: a qualitative study. BMC Public Health 2018; 18(1): 1204

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Datum:
12.12.2018