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Muskuläre Defizite bei früher Coxarthrose

Typisches Muster

Rheuma

Ob und welche Muskeln im Frühstadium einer Coxarthrose Defizite aufweisen, war bisher nicht eindeutig geklärt. Aktuelle Daten zeigen aber ein Muster für eine typische Schwächung bestimmter Muskelgruppen auf.

In einer explorativen Querschnittsstudie wurde die Muskelfunktion von 46 Patientinnen und Patienten mit einseitiger Coxarthrose im Frühstadium ohne röntgenologisch nachweisbare Gelenkschäden untersucht (Durchschnittsalter 70 Jahre). Zur Feststellung der Muskelfunktion prüfte man die maximale isometrische Kraft der Hüft- und Oberschenkelmuskulatur in alle möglichen Bewegungsrichtungen. Dabei wurden die betroffene und die nicht betroffene Seite verglichen. Schon im Frühstadium der Coxarthrose war die Muskelkraft in den betroffenen Extremitäten signifikant geringer als die der nicht betroffenen Extremität. Betroffen waren die Flexion (M. quadriceps femoris) und Abduktion (Abduktorengruppe und M. tensor fascieae latae und M. gluteus maximus/kraniale Fasern) im Hüftgelenk sowie die Knieextension (ebenfalls M. quadriceps femoris).

In den frühen Stadien der Coxarthrose können Defizite in der Hüftbeugung und Abduktionsstärke eine Folge von Gangbildveränderungen aufgrund von Hüftschmerzen sein. Die kompensatorische Wirkung des Beckens und der unteren Extremitäten im Gang, wie eine Zunahme des Beckenschiefstandes an der tragenden Extremität, wurde bei Patienten mit einer früheren Coxarthrose (Kellgrens-Lawrence-Score <3) gezeigt. Die erhöhte Beckenschrägstellung minimiert die Belastung der schmerzenden Hüfte, was die Hüftabduktoraktivität verringert. Diese Patienten würden also von gezielten Kräftigungs- und Bewegungstherapien der entsprechenden Muskelgruppen profitieren. EG

Bereitgestellt von:
Datum:
12.12.2018