News


Aktive Prävention

Osteonekrose der Kiefer

Onkologie

Denosumab und Bisphosphonate helfen, skelettassoziierte Ereignisse bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung abzuwenden. Vor allem bei langfristiger Anwendung können diese Substanzen jedoch eine Osteonekrose der Kiefer provozieren.

Am Beginn des Knochenabbauprozesses steht meist eine lokale Infektion oder ein lokales Knochen- oder Weichgewebetrauma infolge eines Eingriffs oder einer schlecht sitzenden Zahnprothese. Etwa ein Drittel der Fälle tritt spontan auf.

Kernpunkt der Prävention vor sowie während der Therapie ist eine akribische Mundhygiene. Vor Beginn einer Therapie mit Bisphosphonat oder Denosumab steht eine umfassende Aufklärung des Patienten, eine orale Untersuchung und kurze dentale Anamnese an. Dabei gilt es vor allem, lokalen dentalen Infektionen auf die Schliche zu kommen. Auch sollte man sich nach dem Sitz und dem Alter der Zahnprothese erkundigen. Zusätzlich sollte ein Zahnarzt den oralen Status des Patienten bewerten (auch radiologisch). Bei Malignitäten, die mit einem hohen Risiko für Knochenmetastasen einhergehen oder sehr wahrscheinlich chemotherapeutisch behandelt werden müssen, ist schon zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose ein oraler Check-up sinnvoll.

Zu jedem Zeitpunkt gilt es, dentale Infektionen möglichst schnell zur Heilung zu bringen. Ist eine Zahnextraktion nötig, sollte diese möglichst schonend und unter antibiotischer Prophylaxe sowie mit Glättung scharfer Knochenkanten und Verschluss der Wunde erfolgen. Eine bestehende Nekrose der Kiefer im Stadium 1 sollte konservativ therapiert werden (orale Hygiene, Behandlung aktiver dentaler und paradontaler Erkrankungen mit antibakteriellen Mundspülungen und systemischer Antibiose). Ein mukosaler Verschluss ist aber selten. Sind die konservativen Maßnahmen erfolglos oder ungeeignet, wird bei Stadium 2 ein Debridement empfohlen; bei Stadium 3 ist eine Resektion zu erwägen. Die Heilungsraten nach einer primären chirurgischen Schließung der Wunde sind hoch. OH

Otto S et al.: Medication-related osteonecrosis of the jaw: ... Cancer Treat Rev 2018; 69: 177-87

Bereitgestellt von:
Datum:
12.12.2018