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Herzinsuffizienz ist niemals „stabil“

Chronische Herzinsuffizienz

Kardiologie

Im klinisch stabilen Stadium einer Herzinsuffizienz geht es den Patienten oft recht gut. Dennoch schreitet die Erkrankung in der Regel fort und ist langfristig mit einer schlechten Prognose verbunden. Den Begriff des „stabilen“ Zustandes halten Experten daher für irreführend und betonen die hohe Bedeutung einer optimierten Therapie.

Über den Begriff der „stabilen“ Herzinsuffizienz diskutierten Experten auf einer Veranstaltung von Novartis im Rahmen des Kongresses der European Society of Cardiology (ESC). Prof. Frank Ruschitzka, Zürich, stellte den Fall eines 58-jährigen herzinsuffizienten Patienten mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) vor. Anamnestisch relevant waren ein Myokardinfarkt und koronare Arterienerkrankung mit PCI vor fünf Jahren. Zudem war der Patient aktiver Raucher, übergewichtig und hatte einen leicht erhöhten Blutdruck von 135/85 mmHg. Halsvenendystension, Herzgeräusche, basales Knistern der Lunge oder Ödeme lagen nicht vor. Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) lag bei 34% (32% im Vorjahr), der NT-proBNP-Spiegel bei 370 pg/ml.

Obwohl die Herzinsuffizienz damit als „stabil“ bezeichnet werden könnte, plädierte Prof. Burkert Pieske, Berlin, die Therapie in diesem Fall zu eskalieren. Die Einjahresmortalität bei chronischer Herzinsuffizienz beträgt in Europa 7,2%, betonte der Experte. „Die HFrEF ist eine progressive Erkrankung und daher niemals ‚stabil‘“, so Pieske weiter. Das Fortschreiten der Erkrankung zeigte sich im Falle des Patienten an der verschlechterten LVEF. Entsprechend den Leitlinien schlug der Experte vor, die Statintherapie des Patienten zu intensivieren und einen Mineralokortikoidrezeptor- Antagonisten (MRA) einzuführen. Ein weiterer Optimierungsschritt wäre die Umstellung von dem bis dahin eingesetzten ACE-Inhibitor auf den ARNI Sacubitril/Valsartan. OH

Symposium: „Therapeutic dilemmas in heart failure: debate of the experts“, im Rahmen des ESC-Kongress 2018, München, 27.8.2018, Veranstalter: Novartis Sacubitril/Valsartan: Entresto®

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Datum:
07.12.2018