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Einmal Generikum und zurück, bitte

Packungsdesign und Adhärenz

Praxis-Depesche

Mit Generika spart man Geld, deshalb stellt man Patienten auf solche „Nachahmerpräparate“ ein oder um. Aber bei manchen Patienten haben Generika ein schlechtes Image, was dazu führen kann, dass sie später wieder zum Originalpräparat zurück wechseln. Wie häufig das vorkommt, und inwiefern das Packungsdesign der Medikamentenschachtel dazu beiträgt, wurde nun analysiert.

Es gibt „normale“ Generika, die mit identischem Wirkstoff, aber mit einem vom Original abweichenden Packungsdesign feilgeboten werden. Und es gibt Generika, die vom Originator selbst mit identischem Packungsdesign, aber zum reduzierten Generikumpreis angeboten werden („authorized generic drug“, AGD). Ob sich Patienten und deren Zurückwechsel-Wunsch vom Packungsdesign beeinflussen lassen, klärte man anhand einer Kohortenstudie in den USA.

Insgesamt wechselten 94 000 Patienten der Kohorte zwischen 2004 und 2013 vom Originalpräparat zum designgleichen AGD und 116 000 zu einem normalen Generikum. Die Zurückwechselrate lag über alle Präparate bei im Schnitt 8,2 pro 100 Personenjahre. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient das Original zurückhaben wollte, war beim Wechsel auf ein AGD signifikant niedriger (-28%).

Scheinbar war das Packungsdesign also der Hauptgrund für den Unterschied. Der Wechsel auf ein Präparat in abweichendem Design könnte zum Nocebo-Effekt führen, also zur Verschlechterung der Adhärenz durch negative Erwartungen. An der klinischen Wirkung könnte es auf jeden Fall nicht gelegen haben, so die Autoren, das hatten sie in einer weiteren Studie ausgeschlossen, die das klinisch relevante Langzeitoutcome von Generika und AGD untersucht hatte. CB

Desai RJ et al.: Differences in rates of switchbacks after switching from branded ... BMJ 2018; 361: k1180

Bereitgestellt von:
Datum:
05.12.2018