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Zur Gesundheit zwingen?

Wenn die Ernährung krank macht

Praxis-Depesche

Die Fettsucht hat in den USA in 2015/2016 einen Rekordstand erreicht – 39,6% bei Erwachsenen, 18,5% bei Jugendlichen. Experten suchen nach Wegen, diese Entwicklung zu stoppen.

Eine Untersuchung mit 827 Probanden, deren 24-h-Urin analysiert wurde, ergab einen mittleren Natriumverbrauch von 4000 mg/d (empfohlene Höchstdosis: 2300 mg). Zu viel Natrium (bzw. Kochsalz) erhöht das Risiko für Hypertonie, Herzinfarkt und Apoplexie. Experten zufolge stellen ernährungsbezogene Faktoren heute die häufigste Todesursache in den USA dar. Drei Experten präsentiertenangesichts dieser Sachlage kürzlich im JAMA Vorschläge, wie die Politik reagieren sollte.

Der Faktor zuckersüße Getränke könnte angegangen werden, indem man diese mit einer Zuckersteuer belegt. Die FDA könnte auch einen hohen Zuckergehalt offiziell als gesundheitsschädlich erklären und eine Obergrenze vorschreiben. Beim Natrium ist die Lage ähnlich. Freiwillige Begrenzungen wurden in anderen Ländern wenig beachtet. Auch hier sollte es gesetzliche Obergrenzen in Fertigprodukten geben. Lebensmittel sollten leicht verständliche Etiketten mit den Ingredienzien tragen. Für Produkte, die für Kinder besonders schädlich sind, sollte die Werbung untersagt werden. Menschen mit geringem Einkommen sollten Beihilfen zum Kauf von Obst und Gemüse bekommen. In Restaurants sollten

bekömmlichere Gerichte angeboten werden. Über die Massenmedien sollte eine gesunde Ernährung propagiert werden.

Die Autoren sind sich darüber im Klaren, dass die Lebensmittelindustrie gegen solche Vorschläge opponieren würde. Den Politikern sollte es dennoch ein Anliegen sein, sie in die Tat umzusetzen. WE

Jacobson MF et al.: Potential policy approaches to address diet-related diseases. JAMA 2018; 320, 341-2

Bereitgestellt von:
Datum:
24.10.2018