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Ist Rauchen der einzige Mediator?

Zahnkrankheiten und KHK

Kardiologie

Schlechte Zähne gehen mit einem erhöhten KHK-Risiko einher. Hauptverdächtige Kovariate ist das Rauchen. Ob es andere direkte Effekte der oralen auf die koronare Gesundheit gibt, etwa mikrobiell bedingt oder über Zytokine vermittelt, ist unklar.

In einer koreanischen Kohortenstudie analysierte man die Kranken- und Sterberegisterdaten von knapp einer Mio. Personen im Alter von 30 bis 95 Jahren, davon 36% Frauen. Über einen Beobachtungszeitraum von 21 Jahren wurden dabei 64 784 koronare Ereignisse erfasst, davon 19 502 bei Frauen.

Nach Alter adjustiert ergab sich eine moderate positive Korrelation zwischen Zahnverlust und der Häufigkeit koronarer Ereignisse. Beispielsweise war die Ereignisrate bei Männern, denen sieben oder mehr Zähne fehlten, signifikant höher als bei Männern mit vollständigem Gebiss (HR 1,08; 95% KI: 1.02-1,14; p<0,0001). Bei Frauen zeigte sich ein vergleichbar großer Unterschied.

In der Subgruppe der Männer, die nie geraucht hatten, konnte keine Korrelation zwischen Zahnstatus und koronarer Morbidität mehr nachgewiesen werden. Bei Frauen, die nie geraucht hatten, blieb der Unterschied jedoch in vergleichbarer Größenordnung erhalten (HR 1,08; 95% KI: 0,99−1,18; p<0,0086).

Die Aussagekraft der Studie ist jedoch begrenzt. Beispielsweise fehlten Daten zum Ernährungs- und Zahnpflegeverhalten sowie zu Suchterkrankungen. Auch war der Faktor Zahnverlust hier der einzige Indikator für die Zahngesundheit. TH

Batty GD et al. Oral health and later coronary heart disease: ... Eur J Prev Cardiol 2018; 25: 598-605

Bereitgestellt von:
Datum:
18.09.2018