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Orale Manifestationen sind nicht selten

Zöliakie

Gastroenterologie

Die Zöliakie ist eine chronische immuninduzierte Enteropathie mit einer komplexen Pathogenese. Atypisch, aber nicht selten sind orale Manifestationen, insbesondere die rezidivierende aphthöse Stomatitis.

Eine Literaturrecherche ergab, dass die Zöliakie bei Kindern mit verschiedenen oralen bzw. dentalen Veränderungen und Symptomen einhergehen kann, wodurch die Lebensqualität zusätzlich beeinträchtigt wird. Beschrieben werden Zahnschmelzdefekte, eine rezidivierende aphthöse Stomatitis, ein verzögerter Zahnwechsel, Karies, eine anguläre Cheilitis, eine atrophische Glossitis, eine Landkartenzunge, ein trockener Mund und Zungenbrennen.

Von den beschriebenen entzündlichen Veränderungen wurde die rezidivierende aphthöse Stomatitis am häufigsten beobachtet. Laut den Studienergebnissen leidet jedes fünfte Kind mit einer aphthösen Stomatitis an einer Zöliakie, und die Inzidenz bei Zöliakie-Patienten liegt bei über 50%. Die aphthöse Stomatitis wird auch als eine besondere atypische Manifestation der Zöliakie diskutiert.

Die genaue Pathogenese der beschriebenen oralen Begleiterkrankungen ist bisher nicht vollständig geklärt. Es ist aber wahrscheinlich, dass wie bei der Zöliakie immunologische Mechanismen eine entscheidende Rolle spielen. Auch wenn diese Veränderungen nicht sehr spezifisch sind, also auch bei Patienten ohne Zöliakie auftreten können, so sollte man doch bei Vorliegen eines dieser Symptome immer auch an eine Zöliakie denken und zur weiteren Abklärung die entsprechende Antikörperdiagnostik veranlassen. WE

VMP Macho et al.: Oral manifestations in pediatric patients with coeliac disease – a review article. Open Dent J 2017, 11, 539-45

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Datum:
03.09.2018