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Langzeit-Spritze statt tägliche Tablette

ART mit Cabotegravir plus Rilpivirin

Infektionen

Mangelnde Adhärenz bei der lebenslang einzunehmenden oralen antiretroviralen Therapie (ART) ist nach wie vor ein Problem, das zu Wirksamkeitseinbußen und Resistenzbildung führen kann. Eine neue Form der ART setzt daher auf intramuskuläre Injektionen, die nur alle paar Wochen fällig sind.

Kürzlich wurden Daten der laufenden Studie LATTE-2 veröffentlicht, in der die Wirksamkeit und Sicherheit einer i.m. verabreichten Erhaltungstherapie mit Cabotegravir plus Rilpivirin getestet wurde. Insgesamt 309 Patienten erhielten zunächst eine 20-wöchige Induktionstherapie mit 30 mg Cabotegravir. Bei 286 Patienten war die Virussuppression erfolgreich (<50 Kopien HIV-RNA/ml). Für die Erhaltungstherapie randomisierte man diese Patienten 2:2:1 auf drei Behandlungsarme. Die Kontrollgruppe (n=56) wurde standardmäßig mit einer oralen ART, bestehend aus Abacavir 600 mg plus Lamivudin 300 mg tgl., behandelt. Jeweils 115 Patienten erhielten stattdessen vierwöchentlich bzw. achtwöchentlich i.m. Cabotegravir 600 mg plus Rilpivirin 900 mg (zwei Injektionen zu je 2 ml bzw. 3 ml).

Bereits 32 Wochen nach der Randomisierung erwies sich das Injektionsregime als der oralen ART in der Wirksamkeit ebenbürtig: Unter oral Abacavir/Lamivudin bestand bei noch 91% der Patienten eine Virussuppression, unter vier- bzw. achtwöchentlich i.m. Cabotegravir/Rilpivirin waren es 94 bzw. 95%. Die guten Ergebnisse setzten sich auch in der 96. Therapiewoche fort. Zu diesem Zeitpunkt lag der Patientenanteil mit Virussuppression bei 84% unter oraler Therapie, verglichen mit 87 und 94% unter der vier- bzw. achtwöchentlich verabreichten Injektionstherapie. Die Sicherheitsergebnisse der Langzeitbehandlung fielen ebenfalls vielversprechend aus. OH

Margolis DA et al.: Long-acting intramuscular cabotegravir ... Lancet 2017; 390: 1499-510

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Datum:
07.07.2018