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Aorten-Thrombus unter Bevacizumab-Therapie

Kasuistik: Aortenokklusion ohne Symptome

Praxis-Depesche

Bei dem 65-jährigen Patienten wurde ein NSCLC diagnostiziert und er erhielt eine Chemotherapie mit Cisplatin, Pemetrexed und Bevacizumab. Eigentlich wollten die Ärzte in der nach zwei Zyklen durchgeführten Computertomographie das Therapieansprechen objektivieren. Doch anstelle eines Ansprechens auf die Chemo fanden sie eine fast vollständige Okklusion der Aorta abdominalis knapp unterhalb der Nierenarterienabgänge. Der Patient hatte von alledem nichts bemerkt.

Bei einem Röntgen-Thorax waren zuvor Pleuraergüsse festgestellt worden, die punktiert wurden und sich als maligne herausstellten. Die weitere Abklärung ergab ein NSCLC im Stadium cT1aN0M1a Stadium 4. Man startete eine Chemotherapie mit Cisplatin (80 mg/m2), Pemetrexed (500 mg/m2) und Bevacizumab (15 mg/kg Körpergewicht).

Nach zwei Zyklen führte man eine Computertomographie zur Einschätzung des Therapieerfolges durch. Sowohl der Primarius in der Lunge als auch der Pleuraerguss waren unverändert. Allerdings sah man eine fast vollständige Okklusion der abdominalen Aorta durch einen Thrombus. Der Thrombus war neu entstanden, wie die Vergleiche mit dem Vor-CT zeigten. 

Überraschenderweise war der Patient bezüglich der aortalen Okklusion völlig beschwerdefrei – er wies keinerlei abdominale oder beinischämische Symptome auf.

Echokardiographisch konnte man keine intrakardialen Thromben nachweisen, weshalb man annahm, dass Bevacizumab am ehesten für die aortale Thrombosierung verantwortlich war. Die arterielle Thrombenbildung ist eine beschriebene Nebenwirkung des VEGF-Inhibitors. Allerdings litt der Patient auch unter Vorhofflimmern, was zur Thrombosierung beigetragen haben könnte. CB

Suzuki K et al.: Bevacizumab-induced aortic arterial thrombosis. Intern Med Advance Publication 2018; DOI: 10.2169/internalmedicine.0209-17

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Datum:
27.06.2018