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Delirium-Diagnose: gar nicht so einfach!

Häufig unterdiagnostiziert

Geriatrie

Als Delirium bezeichnet man eine akute Störung von Aufmerksamkeit und Bewusstsein, begleitet von weiteren fluktuierenden kognitiven Auffälligkeiten. Trotz validierter Tools ist die Diagnose im klinischen Alltag allerdings oft unzuverlässig.

An drei niederländischen Zentren wurden 167 Delirium-gefährdete Patienten ≥60 Jahre untersucht, bei welchen eine größere OP indiziert war. Direkt vor sowie in den ersten drei Tagen nach dem Eingriff prüfte ein geschulter Wissenschaftler mittels kognitiver Tests und dem Delirium Rating Scale (revidierte Edition 1998, DRS-R-98), den Zustand der Patienten. Video-Aufzeichnungen der Untersuchungen und die Krankenakten der Patienten wurden anschließend zwei Experten vorgelegt, die unabhängig voneinander ebenfalls beurteilen sollten, ob ein (mögliches) Delirium vorlag. Dafür standen 17 Psychiater, 15 Geriater, vier Neurologen, ein Neuropsychologe und ein Pflegewissenschaftler zur Verfügung (im Schnitt 11,5 Jahre Praxiserfahrung).

Insgesamt wurden 424 Evaluationendurchgeführt. Die Experten stimmten nur selten überein und mussten in 21% der Fälle einen dritten zu Rate ziehen. Die größte Abweichung fand man aber bei der initialenEinschätzung des Delir-Risikos, das die Krankenschwestern durchgeführt hatten (mittels CAM-ICU, Confusion AssessmentMethod for the ICU). Ein hohes Risiko stellten sie lediglich bei 32% der Patienten fest, bei welchen die Experten ein (mögliches) Delirium diagnostizierten. OH

Numan T et al.: Recognition of delirium in postoperative elderly ... J Am Geriatr Soc 2017; 65(9): 1932-8

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Datum:
03.05.2018