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Gezielte Therapie mit gezieltem Budesonid

IgA-Nephropathie

Urogenitaltrakt

Die Erstlinientherapie bei primärer IgA-Nephropathie erfolgt mit RAS-Blockern. Ist diese Option maximal ausgereizt, kann man es mit systemischen Kortikosteroiden versuchen, muss dabei aber Nebenwirkungen in Kauf nehmen. Nun wurde eine Formulierung von Budesonid entwickelt, die gezielt im Ileum freigesetzt wird, und die erstmals eine spezifische Therapie der IgA-Nephropathie ermöglichen könnte.

In der klinischen Phase-2-Studie NEFIGAN prüfte man die Wirksamkeit und Sicherheit der gezielt freisetzenden Budesonid-Formulierung (targeted release formulation, TRF). Eingeschlossen waren 150 Erwachsene mit primärer IgA-Nephropathie und persistierender Proteinurie trotz optimierter Therapie mit RAS-Blockern. Neun Monate lang nahmen jeweils 50 Patienten entweder tgl. 8 oder 16 mg das TRF-Budesonid oder ein Plazebo ein. Primärer Endpunkt der Untersuchung war die mittlere Veränderung im Urinprotein-Kreatinin- Verhältnis (UPCR).

Unter 16 mg TRF-Budesonid sank die UPCR im Schnitt um 27,3%, unter 8 mg um 21,5%. Dagegen war die UPCR unter Plazebo um 2,7% angestiegen. Die Wirkung blieb in der Verumgruppe über die gesamte dreimonatige Follow-up-Dauer erhalten.
Die Rate unerwünschter Ereignisse war mit 84 bis 94% in allen drei Behandlungsarmen vergleichbar hoch. Auch war die systemische Exposition mit TRF-Budesonid mit lediglich 10% sehr gering. OH

Fellström BC et al.: Targeted-release budesonide versus placebo ... Lancet 2017; 389: 2117-27

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Datum:
03.05.2018