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Lithium kann der Niere schaden

Elektrolyt-Entgleisung

Urogenitaltrakt

Patienten mit bipolarer Störung werden oft mit Lithium behandelt. Allerdings sind Polydipsie, Polyurie und Nephropathien bekannte Nebenwirkungen.

An der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, wurde ein 59-jähriger Mann mit multiplen Frakturen an Kopf und Wirbelsäule nach einem Sturz aufgenommen. Sie konnten nichtoperativ versorgt werden. Wegen bipolarer Störung hatte er 27 Jahre lang Lithium eingenommen, bis die Medikation vor acht Jahren wegen Hyperparathyreoidismus und Niereninsuffizienz (Serum- Kreatinin 1,5 mg/dl) abgesetzt wurde. Seine Urinausscheidung betrug vier bis sechs Liter täglich.

Nach Immobilisation in der Klinik stieg der Natrium-Serumspiegel von 138 auf 149 mmol/l. Dabei war die Urin-Osmolalität unpassend niedrig (262 mOsm/kg). Sie stieg unter Gabe von Desmopressin nicht an; das bestätigte die Diagnose eines Diabetes insipidus. In einem Kontrast-CT von Abdomen und Becken, das eigentlich zur Abklärung der Sturzfolgen gemacht wurde, fielen viele kleine Zysten in Kortex und Medulla beider Nieren auf.
Man weiß, dass Lithium eine tubulointerstitielle Nephropathie verursachen kann, die sich bei Bildgebung als multiple Zysten manifestiert. Man behandelte den Patienten mit salzarmer Diät und Flüssigkeitszufuhr, woraufhin sich sein Natriumspiegel normalisierte. WE

Pawar AS, Kattah AG : Lithium-induced nephropathy. N Engl J Med 378; 11: 1042

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Datum:
03.05.2018