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Bei Kälte mehr Rhythmusstörungen

Herz und Wetter

Kardiologie

Lösen implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) bei kaltem Wetter häufiger Schockabgaben aus als bei warmen Temperaturen? Dieser Frage sind Kardiologen von der University of Manitoba in Winnipeg nachgegangen.

Bei kühlem Wetter steigt nachweislich das Risiko für den plötzlichen Herztod und Myokardinfarkte. Dass dies auch für ventrikuläre Arrhythmien und ICD-Schocks zutrifft, zeigen Daten von 360 ICD-Patienten, die zwischen 2010 und 2015 nach einer Schockabgabe in einer Schrittmacher- und Defibrillator-Klinik vorstellig wurden. Nach Ausschluss von Mehrfachereignissen am selben Tag beim selben Patient gingen 756 Schockabgaben in die Analyse ein. Aus den ICD-Aufzeichnungen rekonstruierte man die vorangegangenen Herzrhythmusstörungen und die Zeit der Schockabgabe und verglich diese mit den Wetter- und Temperaturbedingungen des jeweiligen Tages.

Das Ergebnis: Mit abnehmender Temperatur stieg die Rate von Schockereignissen signifikant an. Im Vergleich zu Tagen mit einer Höchsttemperatur über +10°C nahm bei kühleren Temperaturen (-10 bis +10°C) die Schock-Häufigkeit um 8% und bei extrem kalten Temperaturen (unter -10°C) um 25% zu. Die Tageszeit hatte bezüglich des Auslöserisikos keinen signifikanten Einfluss. Allerdings verzeichneten die Forscher eine Häufung von Schockabgaben am frühen Vormittag sowie am frühen Abend.
Kalte Außentemperaturen begünstigen das Auftreten ventrikulärer Arrhythmien und ICD-Schocks, so das Fazit der Kardiologen. Zukünftig müsse geklärt werden, ob auch in der Allgemeinbevölkerung bei Kälte das Risiko für ventrikuläre Arrhythmien steigt. LO

Cloutier JM et al.: Relationship of extreme cold weather ... Am J Cardiol 2017; 120(6): 1002-7

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Datum:
23.04.2018