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Häufiger ein Frauenproblem

Myokardiale Ischämie ohne Koronarstenose

Kardiologie

Ischämiesymptome bei „offenen“ Koronararterien sind auf eine mikrovaskuläre Erkrankung zurückzuführen. Dieses Problem kommt bei Frauen viel häufiger vor als bei Männern. Frauen haben deshalb einen erhöhten Bedarf an antianginösen Medikamenten, die auf der mikrovaskulären Ebene angreifen.

„Bei Verdacht auf KHK und Ischämie-Symptomen findet man bei Frauen etwa doppelt so häufig wie bei Männern keine pathologischen Veränderungen in den epikardialen Koronargefäßen“, erklärte Prof. Verena Stangl, Berlin, auf einer Veranstaltung von Berlin-Chemie. Zugrunde liegt einer solchen KHK ohne Koronarstenosen eine mikrovaskuläre Erkrankung, bedingt durch Spasmen, Dissektionen oder Mikroemboli.

„Laut ESC-Leitlinie sind Betablocker und/ oder Kalziumantagonisten Medikamente der ersten Wahl, um die Herzfrequenz zu senken und die Angina-Symptomatik zu bessern“, betonte Prof. Samuel Sossalla, Regensburg. Persistieren die Beschwerden, stellt Ranolazin eine wirksame Ergänzung dar. Die Substanz verbessert direkt die Mikrozirkulation, so dass die Myokardzellen besser mit Sauerstoff versorgt werden. In einer Vergleichsstudie mit Atenolol zeigte Ranolazin eine vergleichbare antianginöse Wirksamkeit und verbesserte zudem die Belastungsdauer signifikant.
Abschließend empfahl Sossalla, die Therapie auch von Blutdruck und Herzfrequenz abhängig zu machen. Bei einer Herzfrequenz ≤60 Schläge und systolischem Blutdruck <120 mmHg riet er, primär Ranolazin einzusetzen, bei höheren Werten primär ß-Blocker oder Kalziumantagonisten. AB

Symposium: „KHK ist Männersache? Geschlechtsspezifische Aspekte für die kardiologische Praxis“, DGK-Kongress Mannheim, 6.4.2018, Veranstalter: Berlin-Chemie Ranolazin: Ranexa® (D)

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Datum:
23.04.2018