News


Die Diagnose öfter hinterfragen!

Asthma bronchiale

Atemwege

Wenn es gelungen ist, das Asthma eines Patienten medikamentös unter Kontrolle zu bringen, halten manche Ärzte ihre Aufgabe für erledigt. Dass es spontane Remissionen und Fehldiagnosen gibt, wird oft ignoriert, so kanadische Pneumologen.

Die Diagnose von Asthma bei ambulanten Patienten ist durchaus anspruchsvoll. Es gibt verschiedene Phänotypen des Leidens mit jeweils unterschiedlichen Auslösern und klinischen Bildern. Außerdem kann Asthma episodisch auftreten oder in Folgen von Rezidiven und Remissionen.

Eine kanadische Arbeitsgruppe ging dem Problem anhand von 613 erwachsenen Patienten nach, bei denen ein Arzt innerhalb der vergangenen fünf Jahre die Diagnose Asthma gestellt hatte (ohne Steroid-Dauertherapie). Bei den Teilnehmern, die täglich Asthma-Medikamente nahmen, setzte man diese ausschleichend ab. Bei 203 der 613 Patienten (in 33,1%) wurde ein Asthma ausgeschlossen (keine akute Verschlechterung der Symptomatik, der reversiblen Atemwegsobstruktion oder einer bronchialen Hyperreaktivität). Zwölf Teilnehmer litten an ernsten kardiorespiratorischen Problemen, die fälschlich als Asthma interpretiert worden waren. Nach weiteren zwölf Monaten zeigten 181 Patienten weiterhin keine klinischen oder Labor-Zeichen von Asthma.
Bei Patienten, deren Asthma-Diagnose verworfen wurde, war im Vergleich zu solchen mit bestätigtem Asthma die Wahrscheinlichkeit höher, dass bei der usrprünglichen Diagnosestellung die Einschränkung des Atemflusses nicht verifiziert worden war.
Bei einem Drittel der Patienten, die keine Asthmamittel nahmen, konnte die usrprüngliche Diagnose nicht bestätigt werden. Leitlinien empfehlen, eine Asthma-Medikation, mit der man für drei Monate eine gute Einstellung erzielt hatte, zu reduzieren. WE

Aaron SD et al.: Reevaluation of diagnosis in adults with physician-diagnosed asthma. JAMA 2017; 317: 269-79

Bereitgestellt von:
Datum:
22.03.2018