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5-faches Risiko nach Krebserkrankung

Hirnvenenthrombosen

Praxis-Depesche

Dass das Risiko für Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien bei einer Krebserkrankung um das vier- bis siebenfache steigt, ist bekannt. Erhöhte Thrombosegefahr besteht aber auch im Gehirn.

Je nach Krebsart kann das Risiko für Hirnvenenthrombosen (cerebral venous thrombosis, CVT) bis über das 80-fache ansteigen, so das Ergebnis einer aktuellen Fall-Kontrollstudie. Die Autoren analysierten Daten von 594 CVT-Patienten aus dem Zeitraum 1987 bis 2015 auf das Vorkommen von Krebserkrankungen in der Vorgeschichte.

Zurückliegende Krebserkrankungen wiesen 53 CVT-Patienten auf (8,9%). In 23 dieser Fälle handelte es sich um ein hämatologisches Malignom, meist eine ALL (n=16). Die übrigen 30 CVT-Patienten hatten solide Tumoren in ihrer Vorgeschichte angegeben, meist Mamma, gas trointestinal oder die Lunge betreffend. Von den Kontrollteilnehmern hatten nur 2,5% vergangene Krebserkrankungen aufzuweisen. Es ergab sich bei einer Krebserkrankung ein fast fünffach erhöhtes Risiko für Hirnvenenthrombosen (aOR 4,86). Das galt für hämatologische Krebserkrankungen mehr als für solide Tumoren und im Besonderen für Leukämien (aOR 51,2) und Lungenkrebs (aOR 32,43).
Da CVT insgesamt eher selten vorkommen, ist das absolute Risiko aber gering. OH

Silvis SM et al.: Cancer and risk of cerebral venous thrombosis: a case-control study. J Thromb Haemost 2018; 16(1): 90-5

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Datum:
22.03.2018