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Erhöhter oxidativer Stress im Weltraum

Kardiovaskuläre Mortalität

Praxis-Depesche

Während man die direkten Auswirkungen der reduzierten Schwerkraft durch hartes Training gut im Griff hat, treten die Langzeitrisiken der Raumfahrt erst jetzt nach und nach zutage. Eine Langzeitkonsequenz ist eine erhöhte kardiovaskuläre Mortalität infolge von sehr hohem oxidativem Stress.

40 Jahre nach der Apollo-Mission wurde deutlich, dass die 24 Besatzungsmitglieder, die damals auf der Mondumlaufbahn unterwegs waren, eine signifikant höhere Mortalität aufwiesen als ihre Kollegen, die im Erdorbit verblieben waren. Die Todesursachen waren meist Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Schlaganfall, Hirnaneurysma oder Embolie. Die Ursache für den kardiovaskulären Risikoanstieg der Astronauten führt man heute darauf zurück, dass ein langer Aufenthalt im Weltraum prooxidative Prozesse fördert, während antioxidative Mechanismen reduziert werden. Eine Ursache ist, dass man jenseits der Erdatmosphäre und -magnetosphäre der gefährlichen kosmischen Strahlung und der bei Sonneneruptionen emittierten hochenergetischen Ionenstrahlung (HZE) schutzlos ausgeliefert ist. Entsprechend hoch ist die Gefahr für DNA-Schäden, Zellsenszenz und die Bildung reaktiver Sauerstoffmoleküle (ROS). OH

Takahashi K et al.: Effect of oxidative stress on cardiovascular system in response to gravity. Int J Mol Sci 2017; 18: 1426

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Datum:
23.02.2018