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Letzte Rettung Glucagon

Refraktäre Asthma-Exazerbationen

Atemwege

Bereits in den 80er und 90er Jahren wurde Glucagon aufgrund seiner bronchorelaxierenden Wirkung als mögliche Asthmamedikation untersucht. Mangels klarer Evidenz wurde diese Option aber wieder fallen gelassen. Wenn verfügbare Therapien aber nicht fruchten, könnte Glucagon durchaus ein wertvolles Therapieadjuvans darstellen.

Die günstige Wirkung von Glucagon erläuterten die Studienautoren anhand von vier Fallbeispielen. Im ersten Fall handelte es sich um einen 36-jährigen Asthmatiker, der seit zwei Tagen an zunehmender Atemnot litt, die sich mit seinem Albuterol-Ipratropium-Inhaler nicht beseitigen ließ. Die initiale Behandlung mit Albuterol/Ipratropium, Magnesiumsulfat, Methylprednison und Epinephrin besserte seine Symptome nur kurzfristig. Er erholte sich erst mithilfe von BiPAP-Beatmung und der Gabe von Ondansetron plus Glucagon.

Ähnlich erging es einer 59-jährigen Frau mit akuter Atemnot und Atmung unter Einsatz der Hilfsmuskulatur. Selbst der dreimalige Einsatz ihrer Albuterol-Medikation hatte gegen die Atemnot nicht geholfen. Wieder versuchte man es mit ähnlichen Maßnahmen wie im ersten Fall, inklusive Glucagon, woraufhin sich der Zustand der Patientin rasch verbesserte. Eine andere 50-jährige Patientin wurde sogar zweimal im Abstand von einem Jahr mit starker Atemnot eingeliefert, und in beiden Fällen besserte sich ihr Zustand erst unter Ergänzung der Therapiemaßnahmen mit Glucagon.
Glucagon wirkt ähnlich wie ß-adrenerge Rezeptor-Agonisten und kann daher bei Asthmapatienten mit therapierefraktären Exazerbationen durchaus gute Dienste leisten. Kontraindiziert ist Glucagon bei Patienten mit bekanntem Phäochromozytom. Bei Patienten mit Insulinom sollte es nur mit Vorsicht angewandt werden. Generell wird Glucagon aber recht gut vertragen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen. OH

Cavallari JM et al.: Glucagon for refractory asthma exacerbations. Am J Emerg Med 2017; 35: 144-5

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Datum:
23.02.2018