Kategorie:

Studien / Branchendaten


Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft

Für die Rochus-Mummert-Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“ wurden im Mai und Juni 2016 mittels einer Online-Umfrage 380 Führungskräfte deutscher Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen befragt. Die Teilnehmer der Studie üben vor allem Positionen in der Geschäftsführung oder andere leitende Funktionen aus. Zu den befragten Krankenhäusern gehören Kliniken in öffentlich-rechtlicher, frei-gemeinnütziger, konfessioneller und privater Trägerschaft.

Ergebnisse

Die Führungskräfte an deutschen Krankenhäusern stellen sich nur durchschnittliche „digitale Noten“ aus: Gerade einmal elf Prozent von ihnen sind nach eigener Einschätzung „sehr fit“ in Sachen Digitalisierung. Für Kliniken kann das auf ihrem Weg zur „Medizin 4.0“ schnell problematisch werden. Denn in Zukunft wird schon gut jedes zweite Krankenhaus dieses Wissen bei der Einstellung ihres medizinischen und kaufmännischen Spitzenpersonalsverlangen. Das sind Ergebnisse der bereits zum zweiten Mal durchgeführten Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“.

Wer das neue Jahr mit dem Vorsatz beginnt, etwas für seinen Beruf zu lernen, sollte das Thema Digitalisierung auf die Agenda nehmen. Das gilt vor allem für die Beschäftigten aus der Gesundheitswirtschaft. Halten sich doch bislang gerade einmal 6 Prozent der medizinischen und 19 Prozent der kaufmännischen Leiter an deutschen Krankenhäusern für „sehr fit“ mit Blick auf ihr digitales Know-how. Zwar bewerten 41 Prozent der medizinischen und 36 Prozent der kaufmännischen Klinik-Manager ihr Digitalisierungs-Wissen mit der Schulnote 2. Der Knackpunkt ist jedoch: Insgesamt gibt sich jede zweite Führungskraft in dieser Beziehung nur Noten zwischen 3 und 6.

Grundsätzlichist es positiv zu werten, dass etwa jede zweite Klinik-Spitzenkraft ihr Digitalisierungs-Wissen als gut bezeichnet. Mit Blick auf die Medizin der Zukunft ist die Zahl derjenigen, die sich für sehr fit halten, aberzu gering, und umgekehrt der Anteil der Manager mit mäßigen bis schlechten Kenntnissenzu hoch. Für Krankenhäuser kann dies auf Dauerschwierig werden –schließlich gilt fehlendes digitales Know-how der Führungskräfte unserer Studie nach als einer der drei größten Stolpersteine auf dem Weg zur Medizin 4.0.

Bei den Managern herrscht also Nachholbedarf: Während Digital-Know-how aktuell in 27 Prozent der Kliniken Einstellungskriterium für kaufmännische und nur in 15 Prozent der Krankenhäuser für medizinische Führungspositionen ist, wird künftig etwa jede zweite Einrichtung dieses Wissen verlangen. Überdies wird eine entsprechende Weiterbildungin Zukunft für mindestens jeden zweiten leitenden Angestellten Pflicht werden.

Zum Jobprofil der kaufmännischen Spitzenkraftvon morgen gehören insbesondere Erfahrung im Projekt-und Change-Management sowie Kenntnisse rund um Datenschutz undIT-Sicherheit, wie die Rochus-Mummert-Studie ergab. Medizinische Leiterdagegensollten sich künftig mit elektronischen Patientenakten und einem mobilen Krankenhausinformationssystem auskennen. 

Quelle: Rochus Mummert

Eingestellt durch:
Datum:
13.01.2017